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Moderne Ansätze zur Lösung von Feuchtigkeitsproblemen – Warum verlieren sie den Kampf gegen die Zeit?

RENODRY Österreich

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14. September 2025

Wenn es um Feuchtigkeit in Wänden geht, bietet die Bauindustrie heute zahlreiche „moderne“ Lösungen an. Abdichtungsmembrane, Injektionsgele oder Harze, Acrylbeschichtungen, Abdichtungssysteme (Bitumen, Schlämme, Kunstharz, PVC etc.) und sogar hochentwickelte Luft-Wärme-Rückgewinnungssysteme – all das klingt nach einem Hightech-Arsenal, das eines der hartnäckigsten Probleme im Bauwesen lösen soll.

Doch all diese Systeme haben einen gemeinsamen Fehler: Sie gehen von der Annahme aus, Feuchtigkeit könne dauerhaft gestoppt, blockiert und unterdrückt werden.

Dabei ist genau das Gegenteil der Fall – Feuchtigkeit findet immer ihren Weg. Warum? Das Wassermolekül ist deutlich kleiner als ein Virus. Somit ist ein Wassermolekül also rund ein Drittel Milliardstel Meter groß. Oder in Zahlen ausgedrückt ungefähr 0,000000333 mm groß. Dies ist der Nanometer Bereich. H2O ist ca. 0,27 – 0,30 nm klein.  Ein Wassermolekül ist folglich winzig im Vergleich mit z. B. Betonporen, passt aber problemlos in Gel- und Kapillarporen hinein, was für Durchfeuchtung und Trocknungsvorgänge entscheidend ist.

Das ist auch einer der Gründe, warum Abdichtungssysteme oder Sperren nicht dauerhaft sind und in einigen Fällen recht schnell versagen.

Ein klassisches Beispiel für die Anwendung sogenannter „moderner“ Abdichtungsmethoden. Auf dem Foto ist deutlich zu erkennen, wie die Schutzschicht gegen Feuchtigkeit bereits nach wenigen Jahren an Wirksamkeit verliert, Risse bekommt und ihre Funktionalität einbüßt. Nicht nur, dass solche Ansätze keinen langfristigen Schutz für die Wände bieten, zusätzlich hat sich ein gesundheitsgefährdender Pilz, den es vor der „Sanierung“ nicht gab, gebildet.

Ein klassisches Beispiel für die Anwendung sogenannter „moderner“ Abdichtungsmethoden. Auf dem Foto ist deutlich zu erkennen, wie die Schutzschicht gegen Feuchtigkeit bereits nach wenigen Jahren an Wirksamkeit verliert, Risse bekommt und ihre Funktionalität einbüßt. Nicht nur, dass solche Ansätze keinen langfristigen Schutz für die Wände bieten, zusätzlich hat sich ein gesundheitsgefährdender Pilz, den es vor der „Sanierung“ nicht gab, gebildet.

Membranen und Dichtungsschichten bieten oft nur eine temporäre Barriere. Die Wand „atmet“ nicht mehr, Feuchtigkeit sammelt sich unter der Oberfläche und zerstört das Material von innen.

Das Einspritzen von Chemikalien in die Wände ist teuer und hat eine begrenzte Lebensdauer. Luft-Wärme-Rückgewinnungssysteme tragen zwar zur Verbesserung der Luftfeuchtigkeit bei und schaffen ein besseres Mikroklima, sie können jedoch das Feuchtigkeitsproblem in der Wandstruktur selbst nicht lösen. Am Ende gewinnt die Feuchtigkeit – denn der Fehler liegt im Ansatz: Wir bekämpfen sie, anstatt sie zu verstehen.

Alte Weisheit: Wie haben Mauern Jahrtausende überdauert?

Wenn wir einen Blick in die Vergangenheit werfen, erkennen wir, dass Zivilisationen vor zweitausend Jahren etwas wussten, das wir heute vergessen haben. Die Römer verwendeten Kalk und Puzzolane (Vulkanasche) für ihre Bauten und erschufen damit Beton und Mörtel, die viele jahrhundertelang Bestand hatten. Sie versuchten nicht, Feuchtigkeit einzuschließen, sondern bauten so, dass die Strukturen „atmeten“ und Wasser nicht als Feind, sondern als Teil des natürlichen Prozesses verstanden wurde.

Beispiele dafür gibt es zuhauf: Das im 2. Jahrhundert erbaute Pantheon in Rom ist noch heute das berühmteste Gebäude mit der größten freistehenden Betonkuppel der Welt. Beton und Mörtel sind nach fast 2.000 Jahren immer noch funktionsfähig. Römische Aquädukte zeugen von ihrer Langlebigkeit. Sogar ein Teil des antiken römischen Abwassersystems ist bis heute aktiv! Interessanterweise entdeckten Forscher auch die „selbstheilende“ Eigenschaft römischen Betons: Wenn Risse auftraten, reagierten Kalkeinschlüsse im Material mit Feuchtigkeit und schlossen die Schäden. Mit anderen Worten: Die Struktur reparierte sich dank natürlicher Prozesse selbst.

Pompeji – Beweis für die Haltbarkeit von Kalkmörteln

Ein besonderes Beispiel hierfür ist Pompeji, eine antike Stadt, die nach dem Ausbruch des Vesuvs im Jahr 79 n. Chr. unter Vulkanasche begraben wurde. Als Archäologen sie Jahrhunderte später ausgruben, fanden sie mit Kalk verputzte Wände, die trotz aller Widrigkeiten und der Zeit erhalten geblieben waren.

Ein Beweis für zeitlose Beständigkeit: Der beständige Kalkputz von Pompeji

  • Strukturelle Widerstandsfähigkeit: Der Kalkputz in den Mauern von Pompeji zeigte eine außergewöhnliche Festigkeit. Er blieb fest mit dem Untergrund verbunden und hielt der Hitze beim Ausbruch des Vulkans und dem Gewicht des vulkanischen Materials stand, das jahrhundertelang auf ihn gedrückt hatte.
  • Flexibilität und Anpassung an Bodenbewegungen: Die Region Pompeji ist für ihre seismische Aktivität bekannt. Der Putz war elastisch genug, um Bewegungen und Vibrationen standzuhalten, ohne große Risse zu bilden.
  • Feuchtigkeitskontrolle: Die Region ist hoher Luftfeuchtigkeit ausgesetzt. Dank seiner Dampfdurchlässigkeit ermöglichte der Kalkputz den Wänden die Atmung und verhinderte so die Ansammlung von Feuchtigkeit, Schimmel und Fäulnis.
  • Langlebigkeit: Die Tatsache, dass der Putz in Pompeji fast zweitausend Jahre überdauert hat, ist ein Beweis für seine Haltbarkeit. Er hat der Zeit, dem Klimawandel, Erdbeben und Erosion standgehalten und dabei sowohl seine Funktion als auch seine Ästhetik bewahrt.

Pompeji zeigt uns deutlich: Kalkputz, hergestellt nach römischen Rezepturen, ist nicht nur ein „Material“, sondern eine Bauphilosophie und vor allem Praxis. Er kämpft nicht gegen Feuchtigkeit, sondern kooperiert und kontrolliert diese, lässt die Wände atmen und bleibt über Jahrhunderte stabil.

Fazit: Damals waren für stabile und trockene Wände keine horizontalen oder vertikalen Sperren oder Abgraben nötig!

 

 

Die von RENODRY verwendeten Aerius Entfeuchtungsputze – Die Rückkehr zu bewährten Prinzipien

Die aerius Entfeuchtungsputze, wie der aerius FP310 und der aerius FP340, knüpfen an diese Tradition an. Dabei handelt es sich nicht um einen klassischen Reparaturputz, sondern um ein funktionales System, das das Wissen der Römer mit modernen Verbesserungen kombiniert. Aerius Putze verfügen über eine einzigartige Kapillarstruktur, wodurch die Feuchtigkeit effektiv an die Oberfläche gelangt. Dadurch entsteht ein starker Kapillarsog, der tausendmal schneller als die normale Diffusion ist.

Mit anderen Worten: Die Feuchtigkeit wird viel schneller aus der Wand abgeleitet, als neue Feuchtigkeit eindringen kann.

Darüber hinaus bildet sich mit der Zeit eine sogenannte Sinterbarriere: ein Verkalkungsprozess, der den Weg für neuerliches Eindringen von Feuchtigkeit durch die Wandkapillaren verschließt. Die Wand trocknet, aber nicht gewaltsam und nicht kurzfristig, sondern auf natürliche und dauerhafte Weise. Genau dies ist die „kooperative“ Beziehung zur Feuchtigkeit, die die alten Meister kannten: Anstatt dem Wasser Widerstand zu leisten, geben wir ihm einen Weg, auf dem es sicher entweichen kann.

Folglich sind für eine erfolgreiche und dauerhafte Mauertrockenlegung keine Injektagen, das Einbringen von Blechen oder Abdichtungen mehr nötig – was sowohl Zeit als auch Geld spart.

Die aerius Entfeuchtungsputze bieten genau die Antwort auf diese Frage. Sie sind kein Versuch, Feuchtigkeit zu ersticken, sondern eine Brücke zwischen altem Wissen und den heutigen Bedürfnissen. Und deshalb – während die moderne Industrie immer noch versucht, Neues zu entwickeln, liegt die vielleicht größte Innovation gerade darin, auf Bewährtes zurückzugreifen.

Quellen: